Wolfsburg - Das Happy-End blieb nach einer Super-Saison leider aus. Die U19 des VfL Wolfsburg verlor das Finale um die Deutsche Meisterschaft in der VOLKSWAGEN ARENA gegen den SC Freiburg mit 0:2 (0:1) und verpasste es damit, den Titel erstmalig in der Vereinsgeschichte nach Wolfsburg zu holen. Vor 4500 Zuschauern hatte SC-Kapitän Raham Soyudogru die Breisgauer in einer hochklassigen und vor allem temporeichen Partie in Führung gebracht (22.). Squipon Bektasi stellte in der 59. Minute den Endstand her.
Unter den Augen von VfL-Cheftrainer und Sportdirektor Felix Magath versuchten beide Teams, zunächst ihren Spielrhythmus zu finden. Die Grün-Weißen besaßen in der ersten Viertelstunde die höheren Spielanteile und machten auch in der Verteidigung die Räume hervorragend dicht. Sefa Yilmaz gab bereits in der 2. Minute einen ersten Warnschuss aus spitzem Winkel auf das Freiburger Tor ab. Die Breisgauer hatten jedoch eine Antwort parat: Mit einer Glanzparade klärte VfL-Keeper Rene Melzer einen knallharten 19-Meterfreistoß von SC-Kapitän Raham Soyudogru (7.).
Soyudogru schockt die "Wölfe"
Anschließend erwischte es die VfLer eiskalt: Nach einem Angriff über die linke Seite kam Soyudogru an der Strafraumgrenze frei zum Schuss und ließ diesmal Melzer keine Abwehrchance (22.). Kurz darauf setzte Freiburgs Daniel Williams das Leder nur knapp über das Wolfsburger Gehäuse (26.). Die Platzherren fanden bis zur Pause kein probates Mittel, um die sicher stehende Freiburger Abwehr auszuhebeln. Freiburgs Nicolas Höfler kam in der Folgezeit noch einmal gefährlich zum Kopfball (42.). Quasi mit dem Pausenpfiff nahm sich Wolfsburgs Milos Djordjevic ein Herz und versuchte es mit einem 20-Meterschuss. Dieser ging nur knapp über den SC-Kasten (45.).
Kein Durchkommen gegen Freiburgs Abwehr
Die Elf von Christian Benbennek suchte auch nach dem Seitentausch vergeblich nach einer Möglichkeit, das Abwehrbollwerk des Gegners zu knacken. Stattdessen schoss erneut Gästespieler Höfler aus der zweiten Reihe, doch Melzer begrub das Spielgerät unter sich (50.). Die Hausherren fanden nun besser ins Spiel. Beinahe wäre VfL-Stürmer Sebastian Polter in der 54. Minute sogar zum Erfolg gekommen, doch ein SC-Abwehrspieler blockte den Schuss aus dem Gewühl heraus im letzten Moment ab. Auf der Gegenseite sorgte Squipon Bektasi leider für das vorentscheidende 0:2, als er einen Querleger mit der Fußspitze lediglich noch über die Torlinie bugsieren brauchte (59.). Wolfsburg drückte auf den Anschlusstreffer. Die eingewechselten Mario Petry und Suleymann Celikyurt scheiterte nur knapp an SC-Torhüter Oliver Baumann (76./79.). Die Mannschaft von Christian Streich ließ jedoch in der letzten Viertelstunde nichts mehr anbrennen und holte am Ende verdient den Titel.
Stimmen zum Spiel:
Christian Benbennek (VfL-Trainer): Die erste Hälfte haben wir total verschlafen. Wir konnten taktisch überhaupt nicht das umsetzen, was wir uns vorgenommen hatten. Aber trotz eines schwachen Spiels sollte man jetzt nicht schlecht über die Jungs reden. Freiburg ist verdient Meister geworden, aber wir werden jetzt trotzdem ein bisschen feiern, denn Deutscher Vizemeister ist ja auch schon was, oder?
Michael Schulze (VfL-Kapitän): Ich bin natürlich schon sehr enttäuscht, aber wir können es ja jetzt nicht mehr ändern. Wir feiern jetzt trotzdem Saisonabschluss und dann ist die Enttäuschung auch bald abgehakt.
Sebastian Polter (VfL-Stürmer): Wir wollten auch den Titel. Es sollte heute aber nicht sein. Am Anfang sind wir nicht richtig reingekommen. Erst am Ende konnten wir noch mal Druck machen. Nun sind wir nur Zweiter.
Das Spiel im Stenogramm:
VfL Wolfsburg: Melzer - Schulze, Klamt, Meier (82. Ahlschwede), Weiss - Kahlert, Yilmaz (68. Celikyurt), Lasogga (46. Lumpe), Kluk - Polter, Djordjevic (46. Petry).
SC Freiburg: Baumann – Klossek, Schlieter, Toprak, Bettmer - Höfler, Bektasi (82. Sorg), Targamadze (79. Üner), Gallus (75. Brud) – Williams - Soyudogru
Tore: 0:1 Soyudogru (22.), 0:2 Bektasi (59.)
Schiedsrichter: Günter Perl (München)
Zuschauer: 4500

