Volkswagen Arena

"Wolfsburg United": Wolfgang Wolf freut sich auf alte Kollegen

21.05.08

Wolfsburg - Er wird als „bodenständig“ und „volksnah“ tituliert. Aber Wolfgang Wolf zeichnen in erster Linie andere Attribute aus. Der findige Trainer-Taktiker gehört zu den absoluten Fußball-Fachmännern des Landes. Selten redet er um den heißen Brei herum, versteht es dabei auch immer wieder, Teams auf wichtige Spiele taktisch, spielerisch und mental bestmöglich vorzubereiten. Fünf Jahre war Wolf Coach beim VfL. Am Samstag, 24. Mai, kehrt er für das Benefizspiel „Wolfsburg United vs. Schwaben Allstars“ auf die Trainerbank in der VOKSWAGEN ARENA zurück. vfl-wolfsburg.de sprach wenige Tage vor der Partie mit dem 51-Jährigen.

Wolfgang Wolf, wobei stören wir Sie?
Ich feiere gerade Geburtstag.

Ihren eigenen?
Nein, nein – der ist erst im September.

Wie intensiv verfolgen Sie noch die Bundesliga?
Sehr intensiv, insbesondere die Clubs, bei denen ich bereits tätig war. Außerdem bin ich als Premiere-Experte nah am Spielalltag dran. Zuletzt habe ich ja auch die Regenpartie zwischen Nürnberg und dem VfL kommentiert.

Was würde Sie im Fußballgeschäft noch reizen?
Das kann ich so spontan nicht beantworten. Sicherlich werde ich noch die eine oder andere Trainertätigkeit ausüben. Wichtig sind mir dabei die Perspektive und der Spaß an der Arbeit – die Spielklasse ist zweitrangig.

Warum engagieren Sie sich für die Benefizveranstaltung „Wolfsburg United vs. Schwaben Allstars“?
Das liegt doch auf der Hand. Wenn man dank einer gewissen Prominenz etwas für einen guten Zweck einspielen kann, sollte man nicht lange zögern. Außerdem ist es eine gute Gelegenheit, alte Kollegen wieder zu sehen.

Wie wichtig ist Ihnen soziales Engagement?
In der heutigen Zeit sehr wichtig, da das Gefälle zwischen reich und arm immer größer wird. Es ist wichtig, die Schwächeren zu unterstützen.

Am Samstag sitzen Sie als Trainer des Wolfsburger Teams auf der Bank, kommen Sie gern nach Wolfsburg zurück?
Natürlich. Ich reise bereits Freitagabend an, bin schon zum Essen verabredet. Dafür nehme ich mir gerne Zeit.

Auf wen freuen Sie sich besonders?
Ich kenne alle, wirklich lange habe ich Dorinel Munteanu nicht gesehen. Auf ihn freue ich mich besonders, aber auch auf alle anderen, mit denen ich bereits zusammen gearbeitet habe.

Welche Verbindungen haben Sie noch zum VfL?
Noch sehr intensive, da ich eng mit Zeugwart Heribert Rüttger befreundet bin. Außerdem kenne ich noch viele Leute in Wolfsburg und halte Kontakt zu ihnen – das liegt mir am Herzen.

Wie beurteilen Sie die Leistung der Mannschaft in der gerade abgelaufenen Saison?
Felix Magath hat toll gearbeitet. In der Hinrunde gab es noch Unstimmigkeiten, aber die Rückrunde war sensationell. Die Verpflichtung von Diego Benaglio hat der Mannschaft mehr Stabilität gegeben und sie haben clever die Schwächen der anderen Teams ausgenutzt.

Im Jahr 1999 haben sie mit den „Wölfen“ die Qualifikation für den UEFA-Cup geschafft, welche Tipps können Sie geben?
Um Gottes Willen, ich gebe keine Ratschläge. Das war damals eine ganz andere Zeit. Das Stadion und die Trainingsplätze waren nicht bundesligareif. Inzwischen hat Felix Magath den Club mit Leben gefüllt, gute Spieler verpflichtet – die Mannschaft hat sich gefunden, das passt einfach.

Welche Meinung haben Sie zur aktuellen Diskussion um die Vermarktung der Fernsehrechte und die möglichen Spieltags-Modelle?
Meine Meinung ist geteilt. Mit den Vorschlägen für die Freitags- und Samstagsspiele kann ich gut leben. Kein Verständnis habe ich für die Planungen, die Zweitliga-Spiele am Sonntag bereits um 12.30 Uhr anzupfeifen. Lassen wir noch mal fünf Jahre vergehen, dann spielen die Teams um 10.00 Uhr. Anderseits finanziert das Fernsehen einen großen Teil des Fußballgeschäfts, so dass man diesen Weg akzeptieren muss.

Was wünschen Sie sich für den deutschen Fußball?
Ich wünsche mir, dass der Aufwärtstrend weitergeht und wir uns nicht schlechter darstellen als wir sind. Im Schnitt ist die Premier League nicht so stark wie die Bundesliga. Wir sprechen immer nur von ein den großen Teams wie Chelsea, Manchester, Arsenal London und Liverpool. Die Bundesliga ist viel ausgeglichener, das ist unsere Stärke.

Die letzte Frage: Wer wird Europameister 2008?
Ich wünsche mir, dass es Deutschland schafft, aber der Glaube fehlt mir. Ich denke, es wird wieder einen Überraschungs-Europameister geben.