Volkswagen Arena

Startschuss für Rasenpilotprojekt - VfL Wolfsburg als Vorreiter in der Bundesliga

18.09.07

Wolfsburg – Licht an: Durch gemeinschaftlichen Druck auf einen symbolischen grün-weißen Startknopf nahmen VfL-Cheftrainer und Sportdirektor Felix Magath, VfL-Geschäftsführer Klaus Fuchs, Platzwart Jörg Denzer, Nico van Vuuren, Geschäftsführer der Firma SGL-Concepts, sowie LSW Wolfsburg Geschäftsführer Prof. Dr. Markus Karp die neue Rasenpflegeanlage in der VOLKSWAGEN ARENA in Betrieb. Die Hightechanlage wird ein Jahr als Test laufen und soll für „englischen Rasen“ im Schmuckkästchen sorgen. Der VfL Wolfsburg nimmt eine Vorreiterrolle in der Bundesliga ein.

Mehrere Sensoren messen künftig auf dem Rasen, auf dem Arena-Dach und außerhalb des Stadions in einem Abstand von fünf Minuten die Wachstumskomponenten wie Lichtintensität, Feuchtigkeit und CO2-Gehalt der Luft. Die mobile Anlage mit Wärmelampen, die an Mondfahrzeuge erinnert, ist auf dem Rasen verschiebbar und kann nach Bedarf auch auf dem Trainingsgelände vor der VOLKSWAGEN ARENA zum Einsatz kommen. Alle gewonnen Daten werden dann online an die Zentrale der SGL nach Holland übertragen und mit Hilfe eines Computers ausgewertet. Platzwart Jörg Denzer erhält daraufhin genaue Instruktionen, welche Pflege der Rasen für eine optimale Beschaffenheit benötigt und in welchem Umfang die portablen Wärmelampen einzusetzen sind.

„Beim Halbfinale in der Champions League zwischen Chelsea und Arsenal London habe ich den Rasen das erste Mal gesehen. Er war wirklich wie ein Teppich“, schwärmte Klaus Fuchs. „Auch der FC Barcelona hat das System für sein Stadion bestellt.“ Aber auch wirtschaftliche Faktoren hätten eine Rolle gespielt. „Die Anlage ist günstiger, als jedes Jahr den Rasen neu zu verlegen.“ Zudem soll 80 Prozent der Sommerqualität auch im Herbst und Winter gewährleistet sein. „Ich hoffe, dass alle Rasenlöcher in Zukunft dicht sind. Dann treffen wir den Ball auch besser“, so „Wölfe“-Coach Felix Magath mit einem Schmunzeln.

Englische Premier League nutzt holländisches Rasenprinzip

Das Projekt hatte eine Vorgeschichte. „Der große Faktor bei Rasen ist die richtige Belichtung. Durch den Bau der neuen, überdachten Arenen in den 90er Jahren gab es in Holland plötzlich große Problem mit dem Rasen. Schuld war der Schattenwurf. Man überlegte bereits, auf Kunstrasen umzusteigen. Wir als Gartenbauer haben in Holland beim PSV Eindhoven mit einer Probeanlage begonnen und eine in England in Sunderland“, sagte Nico van Vuuren, Geschäftsführer der SGL. „Es stellten sich schnell Erfolge ein. Der FC Arsenal benutzt unser System seit 2005. Mittlerweile benutzt die Hälfte der englischen Premier League unser Konzept.“ Auch der Platzwart des neuerrichteten Wembley Stadions als Spielstätte der englischen Nationalmannschaft greift auf die Technik von SGL zurück.